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Gedichte
Spruch
Viel kann mißlingen, was wir säten
Auf ird'schem Rund.
Was stets gelingt, das ist ein Beten
Aus Herzensgrund.
Denn möcht' auch Gott nicht so es lenken,
Wie dir's gefiel:
Er wird dafür dir andres schenken
Und Schönres viel.
Viel kann mißlingen, was wir säten
Auf ird'schem Rund.
Was stets gelingt, das ist ein Beten
Aus Herzensgrund.
Denn möcht' auch Gott nicht so es lenken,
Wie dir's gefiel:
Er wird dafür dir andres schenken
Und Schönres viel.
Friedrich de la Motte Fouqué (1777 - 1843)
Gedichte
Gedichte
Das Veilchen
Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin,
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.
Ach! denkt das Veilchen, wär ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach! aber ach! das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
Und sterb ich denn, so sterb ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch.
Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin,
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.
Ach! denkt das Veilchen, wär ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach! aber ach! das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
Und sterb ich denn, so sterb ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)








