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Gedichte
Spruch
Viel kann mißlingen, was wir säten
Auf ird'schem Rund.
Was stets gelingt, das ist ein Beten
Aus Herzensgrund.
Denn möcht' auch Gott nicht so es lenken,
Wie dir's gefiel:
Er wird dafür dir andres schenken
Und Schönres viel.
Viel kann mißlingen, was wir säten
Auf ird'schem Rund.
Was stets gelingt, das ist ein Beten
Aus Herzensgrund.
Denn möcht' auch Gott nicht so es lenken,
Wie dir's gefiel:
Er wird dafür dir andres schenken
Und Schönres viel.
Friedrich de la Motte Fouqué (1777 - 1843)
Gedichte
Gleich und gleich
Ein Blumenglöckchen
Vom Boden hervor
War früh gesprosset
In lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
Und naschte fein -
Die müssen wohl beide
Für einander sein.
Ein Blumenglöckchen
Vom Boden hervor
War früh gesprosset
In lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
Und naschte fein -
Die müssen wohl beide
Für einander sein.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Gedichte
Alles still! es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.
Alles still! vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.
Alles still! die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.
Alles still! nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht -
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.
Alles still! vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.
Alles still! die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.
Alles still! nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht -
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.
Theodor Fontane (1819 - 1898)








